So im Nachhinein betrachtet ist Cyneric doch ziemlich traurig darüber, dass Brienne Daisys Schulprojekt zerstört hat. Sicher, es war nicht seins und seine Note hängt nicht davon ab, aber es war trotzdem seine Arbeit.
Auf der Terrasse schlagen kurz nach Mitternacht die Aliens schon wieder zu. Ich muss mit denen echt mal ein ernstes Wörtchen reden, bevor sie denken, die täglichen Entführungen von früher wären doch ganz lustig gewesen und man könnte das doch wieder einführen.
Gut, dass Dr. Lachance zusammen mit den Sonnenkollektoren eine Satellitenschüssel auf dem Dach hat installieren lassen, deren Signal bis nach Sixam reicht. Damit sollte für eine Weile Ruhe sein. Für Yvain kam das allerdings zu spät.
Den nimmt dieser unfreiwillige Ausflug ziemlich mit. Kaum, dass er wieder Boden unter den Füßen hat, legt er sich nur wenige Meter vom Ort seiner Entführung entfernt auf den Liegestuhl und schläft dort bis zum Morgen.
Briennes Laune ist heute deutlich besser als gestern. Sie hat es geschafft, die ganze Nacht durch zu schlafen und sich am Morgen mit einer erfrischenden Dusche belohnt. So sieht die Welt gleich ganz anders aus. Sie ist zwar nach wie vor nicht besonders enthusiastisch über ihre Schwangerschaft, aber wenigstens ist sie auch nicht mehr so ratlos und verzweifelt wie zu Beginn. Sie hat sich damit abgefunden. Und wer weiß, vielleicht ist so eine kleine Tochter ja ganz nett. Sie ist ja nicht alleine mit dem Kind und vor allem Zoe hat ihr versichert, für sie und ihre Enkelin da zu sein.
Auf jeden Fall will Brienne versuchen, eine bessere Mutter zu sein als Wilma, aber das ist auch kein besonders hoher Maßstab. Daisy hat wirklich keine leichte Kindheit. Ob das der Grund für den Schutzhelm ist? Oder war der Teil eines verrückten Plans, ihren Wackelzahn loszuwerden? Inzwischen ist der jedenfalls raus und Daisy hat offenbar Nackenschmerzen und rot gefärbte Augenbrauen. Will ich wissen, was sie gemacht hat?
Auf jeden Fall ist sie ziemlich schnell selbstständig geworden. Da es im Haus offenbar niemand für nötig hält, Frühstück zu machen (das schließt zum Glück auch Yvain mit ein), geht sie zum Spielplatz und bestellt sich einfach etwas zu essen. Dafür braucht sie keinen Erwachsenen.
Was ihr allerdings gar nicht gefällt, ist, dass ihre Mutter ihr das nachmacht. Hey! Das war doch ihre Idee! Und außerdem ist Wilma groß, wieso macht die sich nicht einfach selbst was zu essen?
Wilma versteht wirklich so gar nicht, was ihre Tochter für ein Problem hat. Nur, dass sie Kopfschmerzen davon bekommt. Zum Glück kehrt aber bald wieder Ruhe ins Haus ein, nachdem Daisy und die Teenager in die Schule gegangen sind.
Kaum, dass Wilma sich wieder entspannt und schauen will, was die nette Dame an der Futterbude noch so im Angebot hat, verlassen sie plötzlich ihre Kräfte.
Jetzt wird ihre Tochter sie wohl nie wieder nerven. Zumindest nicht, wenn sie nicht als Geist zu Besuch kommt.
Wilmas Ableben wird erst bemerkt, als die Schüler wieder nach Hause kommen. Brienne sammelt ihre Urne ein. Sie soll nicht hier auf dem Spielplatz stehen bleiben.
Stattdessen bekommt sie ihren Platz bei den anderen Verblichenen dieses Haushaltes.
Daisy hatte zwar kein besonders gutes Verhältnis zu ihrer Mutter, aber jetzt, wo sie tot ist, vermisst sie sie trotzdem irgendwie.
Plötzlich bekommt sie einen Anruf. Ihr Vater lädt sie zu sich ein. Hat er von Wilmas Tod gehört? In jedem Fall ist Daisy dankbar dafür und nimmt die Einladung an. Allzu viel Kontakt hatte sie bisher nicht zu Scottie, vielleicht wird es Zeit, das zu ändern.
Kaum, dass sie ankommt, wird Daisy auch schon von ihrem Vater begrüßt. Der wohnt jetzt also in Henford on Bagley. Das ist so ein ganz anderes Klima als in Oasis Springs, aber warm ist es hier gerade auch. Es ist ja Sommer.
Immerhin, ein nettes Haus hat er gefunden. Vielleicht sollte Daisy ihn fragen, ob sie mal bei ihm übernachten kann.
Ein etwas spärlich eingerichtetes Gästezimmer hat das Haus auch. Daisy testet das Bett gleich, allerdings nicht, um darin zu schlafen, sondern um unter der Decke zu lesen. Zuhause hat sie nirgendwo ihre Ruhe für so etwas.
Scottie sieht sich derweil im Wohnzimmer einen Film an. Wenn er ehrlich ist, weiß er selbst nicht so genau, wie oder worüber er mit seiner Tochter reden soll, aber er will zumindest versuchen, den Kontakt herzustellen. Dass sie zu Besuch kommt, ist ja schon mal ein Anfang, selbst wenn die beiden sich die meiste Zeit in unterschiedlichen Räumen aufhalten.
Gegen 20 Uhr verabschiedet Daisy sich und geht zurück nach Hause. Niedergeschlagen ist sie immer noch, aber sie hat trotzdem das Gefühl, dass dieser Ausflug ihr gut getan hat.
Dem Rest des Haushaltes geht es nicht viel besser. So ziemlich alle trauern um Wilma, nur Zoe hat gute Laune. Sie freut sich nicht über Wilmas Tod, aber sie lässt sich davon auch nicht unterkriegen. Stattdessen denkt sie an schöne Sachen. Möglicherweise wird sie heute Nacht Großmutter. Das ist doch aufregend!
Cyneric versucht sich damit abzulenken, einen Film zu schauen. Wobei er die meiste Zeit eigentlich eher auf sein Handy schaut als auf den Fernseher. Hat er neuerdings irgendwelche Likes oder Follower für seine Posts auf Simstagram bekommen? Nein? Dann muss er sich definitiv mehr anstrengen.
Yvain findet das unmöglich. Kann Cyneric nicht einfach den Film schauen? Oder wahlweise den Fernseher auslassen, wenn sein Handy sowieso interessanter ist?
Cyneric ist wenig begeistert von dieser Situation. Was mischt Yvain sich überhaupt ein? Er stört doch niemanden. Manchmal haben die Erwachsenen echt keine Ahnung…
Wahrscheinlich ist Yvain einfach nur so frustriert wie der Rest. Xanti, der sonst ja wegen jeder Kleinigkeit den schlechtesten Tag aller Zeiten ausruft, ist dagegen regelrecht produktiv. Er lenkt sich mit Meditation ab. Statt nur zu trauern oder die eigene Unsicherheit an anderen auszulassen, geht er lieber in sich. Dabei wird ihm bewusst, dass es gar nicht so viel Grund zu trauern gibt. Wilma ist ja nicht für immer weg. Wenn sie will, kann sie jederzeit als Geist zu Besuch kommen.
Cyneric lässt sich dagegen schon ziemlich von der ganzen Situation und Yvains Genörgel die Laune verderben. Das Ganze endet in einem Ausbruch, in dem auch er, wie Brienne gestern schon, eines der Schulprojekte zerstört. Dabei denkt er offenbar überhaupt nicht nach und erwischt sogar sein eigenes, also das, für das er Noten bekommt. Blöd gelaufen.
Aber apropos Brienne. Bei der haben in der Zwischenzeit die Wehen eingesetzt und sie bekommt, kurz vor Mitternacht, dann endlich ihre Tochter.
Jetzt, wo sie die Kleine in den Händen hält, sieht sie sie nochmal mit ganz anderen Augen. Einen Namen hat sie auch schon ausgesucht. Sie soll Emily heißen.
Wie wird Brienne sich als Mutter schlagen?
Kann der Haushalt sich mit Wilmas Tod abfinden, ohne auseinanderzufallen?
Schaffen Scottie und Daisy es, tatsächlich mehr Kontakt zueinander aufzubauen?
Und wer hat eigentlich schon wieder die Aliens angelockt?
Wir werden sehen…
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