Brienne ist über diese Schwangerschaft mindestens ebenso schockiert wie ich. Sie ist gerade beim Yoga, als ihr Bauch plötzlich wächst. Glücklich ist sie darüber nicht gerade. Nicht, dass sie generell was gegen Kinder hätte oder so, aber sie ist doch selbst noch ein Teenager.
Von wem dieses Kind ist, verrät sie mir natürlich nicht. Wenn sie es denn überhaupt selbst weiß. Dummerweise gibt es da nämlich mehrere Kandidaten.
Den anderen Haushaltsmitgliedern verrät sie auch nichts. Stattdessen verkriecht sie sich schnell unter die Bettdecke, bevor jemand etwas merkt. Versucht sie etwa, das Ganze einfach zu ignorieren?
Erstaunlicherweise funktioniert das sogar. Vorerst zumindest. Die nichtvampirischen Haushaltsmitglieder sind in dieser Nacht erstaunlich brav und gehen alle ins Bett, außer Daisy, die geht….bergsteigen? Nein, im Ernst, Daisy, was soll dieser Aufzug?
Zum Glück beschränkt sich die Bergsteigerei auf ihre Träume und Daisy geht doch wieder schlafen. Währenddessen verwickelt Xanti vor oder eher über dem Haus seinen Bruder in einen Vampirkampf. Freundschaftlich, natürlich.
Den gewinnt er so eindrucksvoll, dass selbst der stinkende Werwolf, der gerade neugierig den Weg entlang gerannt kam, sich sofort wieder trollt.
Zoe hält es auch nicht sonderlich lange in ihrem Bett aus, allerdings ist das nicht ihre Schuld.
Nach ihrem kleinen Übungskampf verschwindet Ulric direkt durch die Wand in die Küche. Wie sollte es auch anders sein? Im Kühlschrank findet er sie Überreste von Yvains “Frühstück”. Als Geist sollte ihm das eigentlich nichts mehr ausmachen, aber der Geschmack beunruhigt ihn trotzdem irgendwie und das nicht, weil er als Vegetarier schon wieder Fleisch isst.
Sehr zu meiner Erleichterung gibt es im Anschluss trotzdem keine Geisterkotze, die weggeputzt werden müsste. Außerdem schafft Ulric es heute Nacht, Cyneric endlich zum Lachen zu bringen. Dabei sieht Brienne aus, als könnte sie viel dringender ein bisschen Aufmunterung gebrauchen.
Sie beschließt, sich zusammenzureißen und trotzdem in die Schule zu gehen, obwohl sie sich am liebsten einfach unter der Bettdecke verstecken würde. Was werden ihre Mitschüler wohl über sie denken?
Nachdem sämtliche Haushaltsmitglieder mit Ausnahme von Wilma entweder zur Schule oder zur Arbeit gegangen sind oder in ihrem Sarg im Keller schlafen, nutzt Wilma die Ruhe, um über ihr Leben nachzudenken. Sie spürt, dass sie es bald hinter sich hat. Hat sie in ihrem Leben alles richtig gemacht? Sicher nicht. Aber ein paar Dinge bestimmt. Nur eine Sache bereitet ihr Sorgen. Wer soll sich um ihren Garten kümmern, wenn sie diese Welt verlassen hat?
Hoffentlich klärt diese Frage sich noch. Verrückt machen will Wilma sich damit aber auch nicht. Stattdessen tut sie lieber etwas, was ihr Spaß macht: sie geht zum Spielplatz nebenan und durchwühlt die Mülltonne. Dort finden sich immer die erstaunlichsten Dinge, die da eigentlich gar nicht reingehören. Unglaublich, was die Leute alles wegwerfen.
Kurz nach 13 Uhr wacht Xanti dann auch auf. Von seinem Durst getrieben, geht er vor das Haus auf Futtersuche. Zu seinem Glück ist es gerade bewölkt und zum Glück der kleinen Hündin, auf die er trifft, fällt ihm ein, dass er ja noch Plasmabeutel in der Tasche hat.
Nachdem er seinen Durst gestillt hat, geht er Wilma suchen. Auch er weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Wie so oft findet er sie bei ihrem Garten. Xanti nutzt die Gelegenheit, um sich bei ihr nochmal dafür zu entschuldigen, dass er sie vor langer Zeit einmal gebissen hat und Wilma versichert ihm, dass sie schon lange nicht mehr nachtragend ist deswegen. Inzwischen sind die beiden wirklich gute Freunde geworden und zeigen sich das auch. Diese Umarmung wäre aber definitiv leichter, wenn die beiden sich nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch tatsächlich auf einer Augenhöhe befinden würden.
Als die Schüler am Nachmittag nach Hause kommen, bringen sie alle drei ein neues Schulprojekt mit. Cynerics letztes Projekt liegt immer noch in Trümmern hinter dem Sofa und macht ihn jedes Mal traurig, wenn er es sieht. Vielleicht sollte er das endlich aufgeben und mit dem neuen Projekt von vorne anfangen, das wäre weniger frustrierend.
Er scheint aber auch der Einzige zu sein, der sich dafür interessiert. Brienne und Daisy kühlen sich lieber erst ein bisschen ab, bevor sie an Hausaufgaben und dergleichen denken wollen.
Überhaupt hat Brienne gerade sehr viel anderes zu denken. Ihre Hausaufgaben sind da nicht einmal zweitrangig. Wenigstens ist sie mit dem Baby nicht alleine. Ihre Mutter steht ihr bei und begleitet sie zur Ultraschalluntersuchung. Auch, wenn Brienne noch nicht weiß, wie sie mit der ganzen Sache umgehen soll, sie will wenigstens wissen, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird.
Daisy hätte gerne noch weiter Wasserballons geworfen, aber sie sieht ein, dass Brienne zum Arzt muss. Außerdem fängt es sowieso an zu regnen und darüber hinaus hat sie eine Dusche dringend nötig. Vielleicht wird sie auf dem Nachhauseweg ja auch schon ein bisschen sauberer, wenn sie einfach ohne Schirm geht.
Ganz so konsequent wie Yvain ist sie dabei aber nicht. Der nutzt den Regen, um sich sofort wieder sämtliche Kleider vom Leib zu reißen, dabei ist sein Hygienewert sogar noch im grünen Bereich. Wahrscheinlich macht ihm das einfach Spaß.
Wirklich nass genug war ihm der Regen am Ende dann aber doch nicht. Zum Glück gibt es im Garten Abhilfe.
Als Brienne am Abend von ihrem Arzttermin nach Hause kommt, weiß sie, dass sie ein Mädchen bekommen wird. Das ist zumindest ein kleines bisschen Gewissheit in dieser überfordernden Situation. Jetzt braucht sie nur noch einen Namen.
Daisy zieht sich zum Schlafen schon wieder ihre Bergsteigerausrüstung an (wo hat sie das Zeug überhaupt her?) und will nur noch kurz aufs Klo, bevor sie sich in ihre abenteuerlichen Träume begibt. Natürlich sucht sie sich dafür ausgerechnet das Badezimmer aus, in dem Cyneric gerade duscht. Macht sie das mit Absicht?!
Cyneric ist ziemlich genervt davon, einfach so aus dem Raum geworfen zu werden. Dann arbeitet er eben an einem der Schulprojekte. Wenn ich das richtig sehe, ist das nicht einmal sein eigenes, sondern Daisys. Hoffentlich ist sie ihm dafür auch dankbar und lässt ihn das nächste Mal in Ruhe fertig duschen.
Zumindest bekommt er noch ein kleines bisschen seine Rache, indem er plötzlich die Musikanlage laut aufdreht, während Daisy an ihm vorbei zum Puppenhaus geht. Geschieht ihr recht, dieser kleinen Schmarotzerin. Die soll lieber mal helfen mit ihren Hausaufgaben, statt nur wieder zu spielen. Und überhaupt, wollte sie nicht eigentlich schlafen?
Zu allem Überfluss kommt dann auch noch Brienne um die Ecke und fängt an, Daisys Schulprojekt (an dem bislang nur Cyneric gearbeitet hat) zu zerstören.
Spätestens danach wird es Daisy zu bunt und sie geht freiwillig schlafen. Sogar im Schlafanzug.
Wird Brienne sich mit ihrer Schwangerschaft noch abfinden können?
Arbeitet Daisy in Zukunft mit an den Schulprojekten?
Vergeht kein Tag mehr, ohne dass Yvain nackt vor dem Haus steht?
Und wer kümmert sich nach Wilmas Ableben um ihren Garten?
Wir werden sehen…
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