Nachdem der Besuch weg ist, verliert Zoe keine Zeit damit, ins Bett zu kriechen. Es ist spät und sie war sowieso die ganze Zeit schon müde, wurde ja aber von Cyneric vom Schlafen abgehalten. Das kann jetzt nicht mehr passieren, wo er unten eingesperrt ist.
Ihr Bruder hat eine gute Mütze voll Schlaf eigentlich auch dringend nötig, aber Yvain traut der Sache noch nicht so ganz. Also macht er sich auf den Weg zu einem nächtlichen Spaziergang. Ich hoffe für ihn, dass gerade nicht noch irgendwelche anderen Vampire in Granite Falls Urlaub machen.
Mindestens einer hat sich zu einer Nachtwanderung entschieden. Zum Glück ist das nur Xanti, der tut nichts. Nicht mehr jedenfalls. Aber ich denke, er hat seine Lektion wirklich gelernt.
Cyneric versucht sich derweil wortwörtlich die Hände in Unschuld zu waschen. Vielleicht sollte ihm mal jemand sagen, dass das nur ein Sprichwort ist und seine Taten leider auch nicht ungeschehen macht.
Dass des Nachts (und auch tagsüber) in ihrem Wald alles mit rechten Dingen zugeht, passt die ansässige Parkrangerin gut auf. Neuerdings hat sie dafür sogar extra gelernt, auf einem Besen zu fliegen, um besser die Übersicht zu bewahren. Die Idee kam ihr, nachdem Gerüchten zufolge schon ein paar Mal in den letzten Jahren eine grüne Gestalt auf einem Besen über den Baumwipfeln hier erspäht worden sei. Ob da wirklich was dran ist, kann sie nicht sagen, aber inspiriert hat die Geschichte sie allemal.
Brienne ist die ganze Nacht damit beschäftigt, nach ihrer Tochter zu sehen. Das geht so weit, dass selbst Emily anfängt, sich Sorgen um ihre Mutter zu machen. Es ist ja schön, dass Brienne sich so um sie sorgt, aber irgendwann sollte sie sich auch mal um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern.
Für Xanti gilt das ebenfalls. Der ist zwar weder hungrig, noch müde oder dreckig und nach seiner Nachtwanderung sogar bei allerbester Laune, allerdings sollte er einsehen, dass seine Rüstung, so schick die auch aussieht, ihn nicht vor der aufgehenden Sonne schützt.
Ein komplett unpassender Quietscheentchenschirm dagegen schon. Gut, dass er den gerade zufällig dabei hatte und nicht zu eitel ist, um ihn auch zu benutzen.
Als Daisy am Morgen die Treppe ins Wohnzimmer herunterkommt, sehe ich ihr schon von Weitem an, dass sie gut geschlafen haben muss. Gestern war chaotisch, aber heute sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Außerdem hat sie Geburtstag, da muss sie ja gut drauf sein.
Vielleicht kann sie Vergil nachher um einen Kuchen bitten. Für Emily hat er gestern ja auch einen gebacken. Im Moment ist er allerdings noch damit beschäftigt, Frühstück zu grillen.
Ein Kind wie Daisy hat natürlich eine ganz eigene Vorstellung davon, was als Frühstück durchgeht und da hier noch die Süßigkeitenschüssel von gestern herumsteht, beschließt sie kurzerhand, sich daran zu bedienen. Einen ordentlichen Schreck bekommt sie gratis noch dazu. Nicht, dass sie davon abhalten würde, sich gleich nochmal etwas zu nehmen…
Zumindest sieht sie aber ein, dass sie davon alleine nicht satt wird. So erwachsen ist sie schon.
Apropos erwachsen: Daisy ist nicht die Einzige, die heute Geburtstag hat. Brienne kann heute endlich ihre Teenagerzeit hinter sich lassen und freut sich tierisch darauf, nicht mehr in die Schule zu müssen. Sie ist sowas von bereit fürs Erwachsen sein! Denkt sie jedenfalls. Na, zumindest hat sie es inzwischen geschafft, ihre Bedürfnisse in den Griff zu bekommen.
Und nicht nur sie. Emily ist zwar immer noch ein bisschen müde, hat insgesamt aber erstaunlich gute Laune. Ein bisschen mehr Selbstständigkeit zu haben, tut ihr offensichtlich echt gut.
Überhaupt ist die allgemeine Stimmung wieder auf einem wesentlich höheren Punkt angelangt als noch letzte Nacht. Mit ein paar kleinen Ausnahmen. Cyneric ist immer noch wütend und steht seit Stunden vor dem Spiegel, um mit sich selbst zu debattieren. Wenn Vergil mit dem Kuchen fertig ist, sollte ihm jemand ein Stück vorbeibringen. Vielleicht stimmt ihn das ja wieder milde.
Die Frage ist nur, wie schnell Vergil damit überhaupt fertig wird, wenn Lars ihn weiter so ablenkt. Das kann wohl noch ein Weilchen dauern. Aber es ist ja auch schön zu sehen, dass die beiden auch nach mittlerweile einigen Jahren der Ehe immer noch so sehr aneinander hängen.
Bis der Kuchen soweit ist, hält Yvain seiner Nichte eine kleine Motivationsrede darüber, wie wichtig die richtige Kleidung ist. Das hat er selbst erst wieder gemerkt. Er fühlt sich in seinem Kostüm so wohl, dass er es gar nicht mehr ausziehen will. Das lässt ihn sich irgendwie stark fühlen, ähnlich wie seine Uniform bei der Arbeit.
Irgendwann ist der Kuchen dann auch endlich gebacken und mit Kerzen verziert und Brienne ist die erste, die diese ausblasen darf.
Kaum, dass das passiert ist, wächst Brienne ein paar Zentimeter und ist sich plötzlich darüber bewusst, dass sie sich eigentlich ruhig mal gönnen sollte, sich ein bisschen mehr um sich selbst zu kümmern. Viel mehr sogar. Sie hat sich wohl ein bisschen von Xanti inspirieren lassen und beschlossen, ebenfalls wartungsintensiv zu sein.
Daisy ist als nächstes an der Reihe.
Kaum, dass sie selbst kein Kind mehr ist, beschließt sie, dass sie Kinder eigentlich gar nicht mag. Die sind doch nervtötend. Außerdem halten sie einen vom Lernen ab und das will Daisy in Zukunft ganz viel. Sie will am besten über alles Bescheid wissen und so ein richtiger Renaissance-Sim werden. Mich beschleicht das Gefühl, sie ist ihrer Mutter doch ähnlicher, als ihr wahrscheinlich selbst lieb ist.
Yvain hängt offenbar so sehr an seinem Kostüm, dass er es nicht einmal beim Schlafen ausziehen will. Da jeder Sim weiß, dass man, wenn man in einem Bett schlafen will, einen Schlafanzug anziehen muss, wählt er stattdessen eine Campingbank und macht einfach ein Nickerchen. Selbst Mara ist ein bisschen irritiert von diesem Verhalten. Ihre Herrchen würden sowas nie tun.
Dabei macht gerade gefühlt der halbe Haushalt ein Nickerchen oder meditiert vor sich hin. Emily gefällt es nur nicht, dass ihre Oma sich plötzlich zu ihr legt. Dieses Sofa ist nicht groß genug für zwei!
Daisy wiederum fühlt sich von Emilys Anwesenheit im Wohnzimmer gestört und geht lieber nach draußen, um mit Mara zu spielen. Sie hat einen echt guten Draht zu diesem Hund. Vielleicht kann sie Vergil ja mal fragen, ob sie hin und wieder mit ihr Gassi gehen kann.
Und was treibt Cyneric in der Zwischenzeit so? Nach Stunden vor dem Spiegel konnte er sich endlich von diesem losreißen. Im Badezimmer befindet er sich zwar immer noch, allerdings ist er inzwischen dazu übergegangen, ein paar gerahmte Bilder an der Wand böse anzustarren. Wie Yvain hat auch er bis jetzt sein Kostüm nicht ausgezogen. Allerdings wohl eher, weil er zu wütend ist, um daran zu denken.
Ich hoffe, er beruhigt sich bald. Ewig kann ich ihn nicht eingesperrt lassen, schließlich muss der Haushalt irgendwann ja auch wieder nach Hause. Zoe ist das durchaus bewusst, weshalb sie die Abendstunden dazu nutzt, sich noch ein bisschen im Wald umzusehen. Das Wetter ist dafür absolut perfekt. Obwohl bereits tiefster Herbst ist, ist es heute warm genug, um Sommerkleidung anzuziehen.
Emily kann es dagegen kaum erwarten, wieder nach Hause zu gehen. Sie hat schon richtig Heimweh. Außerdem ist ihr stinklangweilig und sie weiß ganz genau, dass es zuhause eine Spielecke gibt. Jetzt ist sie ja endlich groß genug, um dort auch spielen zu können. Brienne versucht ihr Möglichstes, ihre Tochter die letzten Stunden bei Laune zu halten.
Das fällt ihr tatsächlich auch gar nicht so schwer. Emily ist sehr leicht zu amüsieren.
Daisy wird das Kleinkindergekicher schnell zu viel und sie wechselt lieber das Stockwerk. Eigentlich könnte sie nochmal duschen, bevor es nach Hause geht. Leider erwischt sie das falsche Badezimmer. Typisch.
Sie dreht ganz schnell wieder um und versucht, sich nichts anmerken zu lassen. Hoffentlich hat Zoe auch nichts gemerkt. So ein Duschvorhang als Sichtschutz funktioniert ja immerhin in beide Richtungen.
Brienne muss sich irgendwann auch mal von ihrer Tochter losreißen, um andere Dinge zu erledigen. Das Haus aufzuräumen, bevor sie abreisen, zum Beispiel. Zum Glück konnte sie in der Zwischenzeit irgendwo ein Spielzeug für Emily auftreiben, das sollte sie eine Weile ablenken.
Yvain hat keine Lust aufzuräumen und versteckt sich lieber draußen beim Lagerfeuer, um heimlich Marshmallows zu grillen. Nicht, dass er das zuhause nicht auch machen könnte, aber hier im Wald schmecken sie einfach besser. Zumindest redet er sich das ein. Inzwischen hat er sich sogar getraut, sein Kostüm aus- und seine normale Kleidung wieder anzuziehen.
Das gilt auch für Cyneric, sofern man seinen Schlafanzug als normale Kleidung bezeichnen will. Er tut sein Möglichstes dafür, dass ich Mitleid mit ihm habe, und ihn wieder aus dem Zimmer lasse, aber sein tiefrot hinterlegtes Portrait erzählt eine andere Geschichte als seine Krokodilstränen. Egal, in wie viel Selbstmitleid er versinkt, solange er eine Gefahr für andere Sims darstellt, muss er leider in Einzelhaft bleiben.
Nachdem er seine Marshmallows gefuttert hat, entscheidet Yvain sich doch noch dazu, beim Aufräumen zu helfen. Es ist schön zu sehen, wie die Sims sich freiwillig darum kümmern, dass das Ferienhaus auch für die nächsten Urlaubsgäste sauber und ordentlich aussieht.
Natürlich gehört dazu auch, den Rest den Geburtstagskuchens zu vernichten, bevor der schlecht wird.
Kurz vor Mitternacht scheint Cyneric sich dann endlich beruhigt zu haben. So ein mehrtägiger pubertärer Stimmungsumschwung ist bei einem Vampir doch noch einmal eine ganz andere Nummer. Als Zeichen seines guten Willens füllt er auch gleich noch einmal seinen Magen, dass er auf gar keinen Fall mehr auf die Idee kommt, wieder jemanden anzufallen. Gut so.
Es ist auch höchste Zeit dafür, dass er wieder normal ist. Der Urlaub ist vorbei und die Familie sollte wieder nach Hause zurückkehren. Morgen ist schließlich Schule.
Kann Cyneric sich in Zukunft beherrschen?
Welche Langzeitfolgen ergeben sich aus dieser Phase für Yvain?
Wie kommt Daisy damit klar, mit Emily unter einem Dach zu wohnen?
Und wie wird Brienne sich beruflich orientieren?
Wir werden sehen…
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