Eines Nachts in Narcisos Bruchbude in Forgotten Hollow
“Dann wollen wir doch mal sehen…”
“Nein….nein….wieso ist es eigentlich so schwierig, im Darknet irgendwas zu finden?”
“....bingo! Das muss es sein! Oh wow, die bieten ja auf der Startseite schon irgendwelche Stars an.”
“Und was die gesalzenen Preise angeht hat Derek definitiv auch nicht gelogen. Gut, dass ich vorgesorgt hab.”
“Jetzt muss ich nur….da. Genau das, was ich gesucht hab. Scheiße, ist das geil! Damit steht meinem Durchbruch nix mehr im Weg!"
"Bleibt nur noch rauszufinden, wie ich da jetzt ne Bestellung abschicke…”
Windenburg, ein paar Nächte zuvor
Wie so oft trifft Narciso sich mit ein paar Bekannten an einem abgelegenen Ort und wie so oft ist genau ein Mensch unter der ansonsten aus Vampiren bestehenden Gruppe.
“Und, was macht unser ‘Ehrengast’?”
“Nicht viel. Die Kleine kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Haben wohl ein bisschen zu viel an ihr genuckelt.”
“Und mir nix übrig gelassen? Egoisten.”
“Was können wir dafür, dass du so lahm bist?”
“Und was kann ich dafür, dass ihr faulen Säcke mir nicht bei der Organisation helft?”
“Organisation? Pffff! Du nimmst das mal wieder alles viel zu ernst, Ciso. Das hier ist ne kleine Party unter Freunden, keine Galaveranstaltung oder son Scheiß.”
“Sorry, dass ich Ansprüche hab.”
“Selber Schuld. Kriegst du halt nur noch die letzten Tropfen.”
“Lieber nicht. Eine Leiche würde ich dieses mal lieber vermeiden. Wird langsam zu auffällig sonst.”
“Na und? Dann ziehen wir nächstes mal halt wieder woanders hin. Hat uns doch sonst auch nicht gejuckt.”
“Klar, die Menschen können wir damit vielleicht abschütteln, aber ich hab keinen Bock drauf, dass die Alten uns den Arsch aufreißen, weil wir zu unvorsichtig sind…”
“Dein Pech. Du verpasst was.”
Manchmal könnte Narciso seinem Gegenüber echt den Hals umdrehen. Er schuftet und sieht zu, dass alles funktioniert, dass diese immer riskanter werdenden Treffen nicht auffliegen und das ist der Dank dafür? Die anderen vergnügen sich und er darf sehen, wo er bleibt. Dabei verspürt er schon seit einer ganzen Weile einen immer schlimmer werdenden Durst. Lange kann er das Gefühl nicht mehr ignorieren.
“...ist sie echt so gut?”
“Wie Plasma Jane nur mit echtem Blut und viel frischer! War die beste Idee, sie vorher abzufüllen. Die kann sich hinterher garantiert an nix mehr erinnern….falls sie die Nacht überlebt.”
“War das etwa dein genialer wasserdichter Plan, von dem du seit drei Tagen faselst? Gib doch einfach zu, dass du das mit dem Mesmerisieren immer noch nicht drauf hast.”
“Na und? Geht so doch auch. Außerdem ist das jetzt quasi n Cocktail auf zwei Beinen. Ich bin ein Genie!”
Keiner der beiden merkt, wie sich eine dritte Person anschleicht, um sich in das Gespräch einzumischen.
“Woah! Glaubst du, das war gut?”
“...ja? Was willst du denn jetzt?”
“Eure Augen öffnen! Freunde, ich hab letzte Woche was entdeckt, was euer Leben verändern wird!”
“Dass wir kein Spiegelbild besitzen? Wusste ich schon.”
“Nein du Pfeife! Ne Seite im Netz, auf der man Blut in Flaschen bestellen kann.”
“...und?”
“Nicht einfach irgendwelches Blut. Hört zu….du kannst da ganz genaue Angaben machen, was du willst, und die besorgen und schicken es dir. Sogar richtig exotisches Zeug. Magier, Meerjungfrau oder…”
“Deine Oma?”
“...Alien!!”
“Sag mal, hast du zu viel gesoffen? Sowas wie Aliens gibt’s nicht. Und wenn, dann hätten die kein Blut sondern….Schleim oder so.”
Aliens? Wirklich? Dieses Thema hätte Narciso heute Nacht wahrscheinlich am Wenigsten erwartet. Trotzdem stimmt die Sache ihn nachdenklich. Er selbst hat zwar noch nie einen Alien getroffen, aber ganz ausschließen will er deren Existenz auch nicht. Hatte Amando nicht mal was darüber erzählt? Über so einen Wissenschaftler, der angeblich Kontakt zu Wesen von anderen Planeten hatte. Dr. Lachance oder so ähnlich. Nach dem, was er von ihm gehört hat, schwebt der Kerl zwar irgendwo zwischen ‘nicht mehr alle Tassen im Schrank’ und ‘komplett wahnsinnig’, aber gleichzeitig gilt er auch als Genie. Und er soll Gerüchten zufolge nicht altern, obwohl er kein Vampir ist. Vielleicht ist an der Sache ja echt was dran…
“Aber mal angenommen, sie wären echt und hätten Blut….das schmeckt doch sicher interessant, oder? Interessanter als ein sturzbesoffener Mensch, will ich wetten.”
Sicherlich interessant genug um sich als wertvolle Zutat für einen angehenden Starkoch wie ihn zu erweisen. Das könnte seine Chance sein, das ultimative Vampirgericht zu kreieren und ihn seinem Traum vom eigenen Restaurant ein gutes Stück näher bringen.
“Probieren würde ich’s ja schon gern mal. Könnte für einen interessanten Trip sorgen.”
“Kannst du mir die Seite geben?”
“Klar. Aber ich glaub nicht, dass das was für deinen Geldbeutel ist.”
“Werden wir sehen.”
In der Gegenwart
“Na also, geht doch!”
“Aber jetzt bin ich die Zehntausend von Amando auch los und damit wieder blank…”
“Sollte mal nachsehen gehen, was das Dach so tut.”
“Mann, langsam brauch ich echt mehr Eimer.”
“Wenigstens das Wegputzen ist leichter geworden.”
“Besser.”










































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